Preisgestaltung

Angebot entwickeln 2027: So baust du Angebote, die zu deinem Business und deinen Zahlen passen

Stand: 08.10.2026 · Fachlich geprüft von Klaus Brunner, Bilanzbuchhalter & Unternehmensberater

Viele Selbstständige haben einen Preis.

Aber kein wirklich durchdachtes Angebot.

Sie verkaufen Stunden, weil sie es schon immer so gemacht haben. Sie übernehmen jeden Auftrag, der irgendwie zu ihrer Tätigkeit passt. Oder sie haben fünf verschiedene Leistungen im Angebot, wissen aber nicht genau, welche davon tatsächlich Geld verdienen und welche hauptsächlich Zeit kosten.

Genau darum geht es beim Angebot entwickeln 2027.

Nicht darum, wie du ein Angebot für einen konkreten Kunden schreibst. Dafür gibt es meinen Artikel „Angebot schreiben 2026“.

Sondern um die Frage davor:

Was willst du 2027 überhaupt verkaufen, für wen, in welcher Form und zu welchem Preis, damit dein Angebot nicht nur deinen Kalender füllt, sondern auch wirtschaftlich zu deinem Business passt?

Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt dafür.

Denn was du jetzt für 2027 entscheidest, bestimmt mit, womit du nächstes Jahr dein Geld verdienst.

Angebot schreiben oder Angebot entwickeln: Wo ist der Unterschied?

Ein Angebot schreiben bedeutet:

Ein konkreter Kunde bekommt eine Beschreibung deiner Leistung, des Umfangs, des Preises und der Bedingungen.

Ein Angebot entwickeln bedeutet:

Du entscheidest grundsätzlich, welche Leistung du anbietest, für wen sie gedacht ist, welches Problem sie löst, wie du sie erbringst und wie sie kalkuliert sein muss.

Das eine ist Handwerk.

Das andere ist Unternehmensführung.

Wenn du deine Angebote nicht bewusst entwickelt hast, passiert häufig Folgendes:

Und am Ende weißt du zwar, was du verrechnet hast, aber nicht unbedingt, ob sich der Auftrag gerechnet hat.

Ein gutes Angebot schafft deshalb Klarheit für beide Seiten.

Für deinen Kunden und für dich.

Warum beginnt die Finanzbuddha-Methode nicht beim Preis?

Die Finanzbuddha-Methode besteht aus drei Schritten:

Klarheit. Preis & Angebot. Planbarkeit.

Diese Reihenfolge ist kein Zufall.

Bevor du überlegst, ob eine Stunde 80, 120 oder 180 Euro kosten soll, musst du eine andere Frage beantworten:

Was muss mein Business 2027 überhaupt erwirtschaften, damit es das Leben finanziert, für das ich es gegründet habe?

Dazu gehören unter anderem:

Erst wenn du diese Größen kennst, kannst du rückwärts rechnen.

Denn dein Preis sollte nicht aus dem Bauch entstehen.

Und auch nicht daraus, was ein Mitbewerber auf seiner Website verlangt.

Dein Preis muss zuerst wirtschaftlich zu deinem eigenen Business passen.

Schritt 1: Mindestpreis und Zielpreis festlegen

Nehmen wir ein bewusst vereinfachtes Beispiel.

Du berechnest für 2027, dass dein Business rund 96.000 Euro Jahresumsatz erwirtschaften muss, damit deine betrieblichen Kosten, deine finanzielle Planung und dein gewünschtes Einkommen tragfähig sind.

Gleichzeitig stellst du fest:

Von deiner gesamten Arbeitszeit kannst du realistisch nur rund 1.000 Stunden pro Jahr verrechnen.

Den Rest brauchst du für:

Die Rechnung lautet damit zunächst:

96.000 Euro ÷ 1.000 verrechenbare Stunden = 96 Euro

Diese 96 Euro sind aber noch nicht automatisch dein Verkaufspreis.

Sie zeigen dir zunächst, welchen Umsatz du durchschnittlich pro verrechenbarer Stunde erzielen musst, damit deine Planung aufgeht.

Ich bezeichne das gerne als deinen Mindestpreis bzw. deine wirtschaftliche Untergrenze.

Dein Zielpreis sollte darüber liegen.

Denn in der Realität läuft nicht jede Woche perfekt. Aufträge verschieben sich, Kunden sagen ab, Projekte dauern länger oder es entstehen zusätzliche Kosten.

Der Mindestpreis sagt dir, was rechnerisch notwendig ist. Der Zielpreis gibt deinem Business Luft.

Schritt 2: Rechne nicht nur den Preis, sondern den tatsächlichen Aufwand

Jetzt kommt der Teil, den viele Selbstständige überspringen.

Ein Angebot über 3.000 Euro klingt zunächst besser als eines über 1.200 Euro.

Aber der Preis alleine sagt noch nichts darüber aus, welches Angebot wirtschaftlich besser ist.

Du musst wissen, wie viel Zeit und welche zusätzlichen Kosten tatsächlich dahinterstecken.

Zum Beispiel:

AngebotPreis nettoTatsächlicher AufwandFremdkostenErlös nach Fremdkosten je Stunde
Einzeltermin100 €1,5 Std.0 €ca. 67 €
Paket mit fixem Umfang1.200 €10 Std.0 €120 €
3-Monats-Begleitung3.000 €22 Std.200 €ca. 127 €

Bei einer wirtschaftlichen Untergrenze von 96 Euro zeigt sich sofort:

Der Einzeltermin wirkt einfach und unkompliziert.

Tatsächlich liegt er aber deutlich unter deiner kalkulierten Untergrenze.

Warum?

Weil eine Stunde Kundentermin eben nicht automatisch nur eine Stunde Arbeit bedeutet.

Vielleicht kommen noch Vorbereitung, Terminvereinbarung, E-Mails, Dokumentation und Nachbereitung dazu.

Ein Angebot, das sich gut verkauft, ist nicht automatisch ein Angebot, das sich gut rechnet.

Genau deshalb solltest du nicht nur den Verkaufspreis kennen.

Du solltest wissen, was nach realistischem Aufwand übrig bleibt.

Schritt 3: Prüfe jedes Angebot mit fünf Fragen

Die Zahlen sind die Grundlage.

Aber ein wirtschaftlich kalkuliertes Angebot ist noch nicht automatisch ein gutes Angebot.

Ich würde jedes Angebot zusätzlich durch fünf Fragen schicken.

1. Ist das Angebot verständlich?

Kann dein Kunde in wenigen Sätzen verstehen, was er bekommt?

Welches Problem löst du?

Welches Ergebnis oder welchen konkreten Nutzen soll deine Leistung bringen?

Wenn du dein Angebot zehn Minuten erklären musst, ist es meistens noch nicht klar genug.

2. Ist das Angebot wirtschaftlich?

Wie viel Zeit brauchst du tatsächlich?

Welche Fremdkosten entstehen?

Was bleibt je eingesetzter Stunde übrig?

Und funktioniert die Kalkulation auch noch, wenn du einmal etwas länger brauchst als geplant?

3. Passt das Angebot zu deinen Kunden?

Ein rechnerisch perfektes Angebot bringt dir wenig, wenn deine Zielgruppe es nicht braucht oder nicht bereit ist, dafür zu bezahlen.

Die Frage ist deshalb nicht nur:

Was möchte ich verkaufen?

Sondern auch:

Was braucht mein Kunde tatsächlich?

4. Kann das Angebot wachsen?

Steigt dein Umsatz nur dann, wenn du immer mehr Stunden arbeitest?

Oder kannst du Abläufe standardisieren, Pakete entwickeln, wiederkehrende Leistungen schaffen oder bestimmte Bestandteile effizienter erbringen?

Nicht jedes Business muss skalieren.

Aber du solltest wissen, wo die Grenzen deines Modells liegen.

5. Passt das Angebot zu deinem Business?

Willst du diese Leistung überhaupt in zwei oder drei Jahren noch anbieten?

Passt sie zu deiner Positionierung?

Passt sie zu deinen Werten?

Und bringt sie dich in die Richtung, in die sich dein Unternehmen entwickeln soll?

Ein Angebot kann profitabel sein und trotzdem nicht zu deinem Business passen.

Auch das ist eine legitime Entscheidung.

Stunde, Paket oder Begleitung: Welche Form passt zu deinem Angebot?

Die Form deines Angebots beeinflusst nicht nur deinen Preis.

Sie beeinflusst auch deinen Aufwand, deine Planbarkeit und die Wahrnehmung beim Kunden.

Abrechnung nach Stunden

Einfach und flexibel.

Der Nachteil: Dein Umsatz hängt unmittelbar von deiner verrechenbaren Zeit ab.

Außerdem wirst du für Effizienz teilweise sogar bestraft. Wenn du für dieselbe Aufgabe statt drei Stunden nur noch zwei brauchst, verdienst du bei reiner Stundenabrechnung weniger.

Paket mit fixem Umfang

Du definierst eine konkrete Leistung mit einem klaren Umfang und einem fixen Preis.

Für Kunden ist das häufig leichter planbar.

Für dich funktioniert es aber nur dann gut, wenn du sauber festlegst, was enthalten ist und was nicht.

Sonst wird aus einem profitablen Paket schnell ein Fass ohne Boden.

Begleitung über einen bestimmten Zeitraum

Hier verkaufst du nicht einzelne Termine, sondern eine Zusammenarbeit über mehrere Wochen oder Monate.

Das kann für dich planbarere Einnahmen schaffen und für den Kunden sinnvoll sein, wenn das gewünschte Ergebnis nicht mit einem einzigen Termin erreicht werden kann.

Welche Form richtig ist, hängt von deiner Leistung ab.

Nicht jede Dienstleistung gehört in ein Paket und nicht jede Stunde muss abgeschafft werden.

Entscheidend ist, dass du die Form bewusst wählst.

Weniger Angebote können mehr Umsatz bedeuten

Viele Selbstständige versuchen, möglichst viele Kunden anzusprechen.

Also entstehen immer mehr Leistungen.

Das Problem:

Je mehr unterschiedliche Angebote du hast, desto schwieriger werden Marketing, Verkauf, Prozesse und Kalkulation.

Ich finde deshalb für viele Einzelunternehmer ein einfaches Modell sinnvoll:

Einstiegsangebot → Kernangebot → Vertiefung

Das Kernangebot ist die Leistung, mit der du einen wesentlichen Teil deines Umsatzes erzielen möchtest.

Darauf kannst du Website, Marketing, Prozesse und Verkauf ausrichten.

Das bedeutet nicht, dass du niemals etwas anderes machen darfst.

Aber dein Kunde sollte verstehen, wofür er zu dir kommt.

Und du solltest wissen, womit du dein Geld verdienen möchtest.

Ein Angebot muss nicht nur Umsatz bringen

Ein Fehler, den ich in der Beratung immer wieder sehe:

Zwei Angebote werden ausschließlich anhand ihres Umsatzes verglichen.

Dabei kann ein Auftrag über 5.000 Euro wirtschaftlich schlechter sein als ein Auftrag über 3.000 Euro.

Wenn du für den ersten Auftrag 80 Stunden brauchst und für den zweiten 25, verändert sich die Rechnung komplett.

Deshalb solltest du neben dem Umsatz auch betrachten:

Umsatz ist wichtig. Aber Umsatz allein sagt dir nicht, ob ein Auftrag gut für dein Unternehmen ist.

Was musst du rechtlich und steuerlich bei deinen Angeboten 2027 berücksichtigen?

Auch Steuer und rechtliche Rahmenbedingungen gehören in deine Angebotsplanung.

Zwei Punkte sind für viele Selbstständige besonders relevant.

Kleinunternehmerregelung

Die Umsatzgrenze für die österreichische Kleinunternehmerregelung liegt bei 55.000 Euro.

Bei der Planung für 2027 solltest du deshalb nicht erst reagieren, wenn du dich der Grenze näherst.

Wenn dein neues Angebot deutlich mehr Umsatz bringen soll, rechne vorher durch, wie sich eine mögliche Umsatzsteuerpflicht auf deine Preise auswirkt.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen B2B und B2C.

Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmenskunden ist Umsatzsteuer wirtschaftlich häufig weniger problematisch.

Bei Privatkunden sieht es anders aus.

Wenn dein bisheriger Endpreis beispielsweise 120 Euro beträgt und du künftig Umsatzsteuer verrechnen musst, musst du entscheiden:

Bleibt der Bruttopreis bei 120 Euro und deine Nettomarge sinkt?

Oder erhöhst du den Bruttopreis?

Bei einer Überschreitung der Kleinunternehmergrenze um nicht mehr als 10 Prozent kann die Steuerbefreiung im Überschreitungsjahr grundsätzlich noch bis Jahresende angewendet werden. Im Folgejahr steht die Befreiung aufgrund der Vorjahresgrenze grundsätzlich nicht mehr zu.

Wird die Grenze um mehr als 10 Prozent überschritten, fällt die Befreiung laut Unternehmensserviceportal bereits ab dem Umsatz weg, mit dem die Grenze überschritten wird, und für alle folgenden Umsätze dieses Jahres.

Deshalb gehört die Kleinunternehmergrenze in deine Preisplanung und nicht erst in deine Buchhaltung.

Preise gegenüber Privatkunden

Wenn du Leistungen gegenüber Verbrauchern mit Preisen bewirbst bzw. Preise auszeichnest und die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen zur Preisauszeichnung greifen, musst du grundsätzlich den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer und sonstiger Abgaben berücksichtigen.

Das ist gerade dann wichtig, wenn du von der Kleinunternehmerregelung in die Umsatzsteuerpflicht wechselst.

Kalkuliere intern netto.

Aber denke bei B2C-Angeboten immer vom Preis aus, den dein Kunde am Ende tatsächlich bezahlen muss.

Entscheidung, Auswirkung, nächster Schritt

Ich möchte nicht, dass du nach deiner Angebotsanalyse eine schöne Excel-Tabelle hast und danach alles genauso weiterläuft wie bisher.

Am Ende muss eine Entscheidung stehen.

Schreib deshalb zu jedem deiner Angebote drei Punkte auf:

Zum Beispiel:

„Den Einzeltermin biete ich ab Jänner 2027 nicht mehr separat an, sondern nur noch im Rahmen meines Pakets. Die neue Paketbeschreibung und Kalkulation stehen bis 15. November.“

Dann hast du keine weitere Analyse produziert.

Du hast eine unternehmerische Entscheidung getroffen.

Klarheit heißt nicht, alles zu wissen. Klarheit heißt, zu wissen, was als Nächstes zu tun ist.

Dein persönlicher Angebots-Check

Tragen deine Angebote dein Business 2027 oder nur deinen Kalender? Im kostenlosen 20-minütigen Mini-Business-Audit schauen wir gemeinsam auf deine Situation, deine Zahlen und die Entscheidung, die gerade ansteht. Damit du danach klarer siehst, was dein sinnvollster nächster Schritt ist.

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Praxis-Tipp: Dein Angebots-Check für 2027

Nimm dir vor Jahresende zwei Stunden Unternehmerzeit und geh deine Angebote einmal systematisch durch.

1. Schreib deine Jahreszahl für 2027 auf

Was muss dein Business erwirtschaften, damit Kosten, Einkommen, Steuer, SVS, Investitionen und deine finanziellen Ziele Platz haben?

Für den ersten Schritt reicht eine realistische Planung.

2. Berechne deine wirtschaftliche Untergrenze

Wie viele Stunden kannst du tatsächlich verrechnen?

Nicht theoretisch.

Realistisch.

Aus deiner Jahresplanung und deinen verrechenbaren Stunden ergibt sich eine wichtige Untergrenze für deine Angebotskalkulation.

Danach definierst du einen Zielpreis, der deinem Business zusätzlichen Spielraum gibt.

3. Liste deine bestehenden Angebote auf

Für jedes Angebot:

Nimm nicht die Zeit, die du dafür brauchen möchtest.

Nimm die Zeit, die du tatsächlich brauchst.

4. Rechne nach

Welche Angebote liegen über deiner wirtschaftlichen Untergrenze?

Welche knapp daran?

Welche deutlich darunter?

Und vor allem:

Warum?

Vielleicht ist nicht der Preis das Problem.

Vielleicht ist der Leistungsumfang zu groß.

Vielleicht fehlen klare Grenzen.

Vielleicht dauert dein Prozess zu lange.

Oder vielleicht gehört das Angebot tatsächlich nicht mehr in dein Business.

5. Triff für jedes Angebot eine Entscheidung

Behalten.

Anpassen.

Auslaufen lassen.

Danach definierst du den nächsten konkreten Schritt und überträgst die Auswirkungen in deine Finanzplanung für 2027.

Wenn du Preise bei bestehenden Kunden verändern möchtest, schau dir zusätzlich meinen Artikel zur Preiserhöhung 2027 an.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Angebot entwickeln und Angebot schreiben?

Beim Entwickeln eines Angebots entscheidest du grundsätzlich, welche Leistung du für welche Kunden, in welchem Umfang, in welcher Form und zu welchem Preis anbieten möchtest. Beim Angebotsschreiben setzt du diese Entscheidung für einen konkreten Kunden in ein Angebot mit Leistungsumfang, Preis und Bedingungen um. Die Entwicklung kommt deshalb vor dem Schreiben.

Wie berechne ich meinen Mindestpreis als Selbstständiger?

Ermittle zunächst, welchen Umsatz dein Unternehmen im Jahr erwirtschaften muss, um deine betrieblichen Kosten und finanziellen Ziele zu tragen. Danach berechnest du, wie viele Stunden du realistisch verrechnen kannst. Aus diesen beiden Größen erhältst du eine wirtschaftliche Untergrenze für deine Kalkulation. Wichtig: Das ist noch nicht automatisch dein tatsächlicher Verkaufspreis.

Wie viele Angebote sollte ich als Einzelunternehmer haben?

Dafür gibt es keine allgemeingültige Zahl. Für viele Einzelunternehmer ist es sinnvoller, wenige klar verständliche Angebote zu haben als viele unverbundene Leistungen. Ein mögliches Modell ist ein Einstiegsangebot, ein Kernangebot und eine darauf aufbauende Vertiefung.

Ist ein Paketpreis besser als ein Stundensatz?

Nicht automatisch. Ein Paket kann für Kunden verständlicher und planbarer sein. Es funktioniert wirtschaftlich aber nur dann, wenn der Leistungsumfang klar definiert ist und du deinen tatsächlichen Aufwand kennst. Für manche Leistungen bleibt eine Abrechnung nach Zeit die sinnvollere Lösung.

Was passiert, wenn ich mit meinem neuen Angebot die Kleinunternehmergrenze überschreite?

Die Umsatzgrenze der österreichischen Kleinunternehmerregelung liegt bei 55.000 Euro. Bei einer Überschreitung um nicht mehr als 10 Prozent kann die Befreiung im Überschreitungsjahr grundsätzlich noch bis Jahresende angewendet werden. Für das Folgejahr ist insbesondere die Vorjahresgrenze zu berücksichtigen. Bei einer Überschreitung um mehr als 10 Prozent fällt die Befreiung bereits ab dem Umsatz weg, mit dem die Grenze überschritten wird. Deshalb solltest du die Umsatzentwicklung rechtzeitig beobachten und die Auswirkungen auf deine Preisgestaltung vorab kalkulieren.

Muss ich Privatkunden Bruttopreise nennen?

Bei Preisangaben gegenüber Verbrauchern ist grundsätzlich der vom Kunden tatsächlich zu zahlende Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Abgaben relevant, soweit die jeweiligen gesetzlichen Vorschriften zur Preisauszeichnung anwendbar sind. Gerade bei einem Wechsel aus der Kleinunternehmerregelung solltest du deshalb prüfen, wie sich dein bisheriger Preis für Privatkunden verändert.

Fazit: Ein gutes Angebot trägt dein Business

Ein gutes Angebot ist nicht automatisch das mit dem höchsten Preis.

Und auch nicht das, das sich am leichtesten verkauft.

Ein gutes Angebot löst ein Problem für deinen Kunden, ist verständlich, passt zu deinem Unternehmen und rechnet sich.

Deshalb ist die Reihenfolge wichtig:

Zuerst Klarheit.

Was soll dein Business für dich leisten und was muss es dafür erwirtschaften?

Dann Preis und Angebot.

Was musst du verlangen und in welcher Form kannst du deine Leistung sinnvoll anbieten?

Dann Planbarkeit.

Wie werden daraus planbare Umsätze, Rücklagen, Liquidität und unternehmerische Entscheidungen?

Mein Tipp: Nimm dir vor Jahresende zwei Stunden Unternehmerzeit und lege deine Angebote für 2027 nebeneinander.

Schau nicht nur darauf, was du dafür verlangst.

Schau darauf, wie viel Zeit sie brauchen, was tatsächlich übrig bleibt, welche Kunden sie anziehen und ob du diese Leistungen nächstes Jahr wirklich verkaufen möchtest.

Denn dein Ziel sollte nicht sein, deinen Kalender möglichst voll zu bekommen.

Dein Ziel ist ein Angebot, das dein Business und das Leben finanziert, für das du es gegründet hast.

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Klaus Brunner

Klaus Brunner – Finanzbuddha

Öffentlich bestellter Bilanzbuchhalter (BiBuG), zertifizierter Unternehmensberater (WKO). Über 20 Jahre Berufserfahrung, Geschäftsführer der BT Bilanzbuchhaltungs OG in Marchtrenk, über 1.000 Unternehmen begleitet. Spezialisiert auf Gründer und Selbstständige in Österreich.

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